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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 1.423 mal aufgerufen
 Bilderrätsel mit Bahnbezug
OOK Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 5.161

26.12.2009 14:24
Prägung Antworten

Mein Zwergsignalrätsel hat ja hauptsächlich Gähner hervorgerufen - und richtige Antworten, weil für euch Cracks viiiiiel zu leicht.
Ich gelobe "Besserung". Hier ein Bild von einer el. Kleinbahn, die für die Entwicklung des Betreibers dieses Forums nicht ganz unerheblich war.


Frage: Wie hieß der Anfangsort der Kleinbahn, den auch das Bild zeigt?
Zusatzfrage (ohne Wertung): wie hieß die Eigentümergesellschaft? Um es euch so richtig schwer zu machen, habe ich den ersten Buchstaben des Eigentümermerkmals wegretouchiert. Ätsch!

So, jetzt wollwer mal sehen, wie es richtige Antworten hagelt (wie immer bitte als pn).

Die Auflösung bringe ich in der Sylvesternacht, da weiß ich, dass ich am Bildschirm sein werden. Sollte mich jemand davon abhalten, dann halt am 1.1.2010.

OOK.
Die vierte Harzer Meterspurbahn (BAE) gibts als Maxi-Buch, aber nicht mehr lange: https://shop.vgbahn.info/vgbahn/shop/die...bahn-_3723.html
www.0m-Blog.de
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Volka Offline




Beiträge: 3.930

29.12.2009 22:21
#2 RE: Prägung Antworten

Das ist ganz klar - der Kenner erkennt es sofort - die Herzberger Straßenbahn auch HSB abgekürzt. Diese führte vom weit außerhalb der Ortes liegenden Bahnhof - der mit dem Zwergsignal - über die Ortsmitte zu den Industriebetrieben am Ausgang des Siebertals. Hier hatte sie wiederum Anschluss an die Reichsbahn und auch an die wenig bekannte BAE. Die Reichsbahn selber hatte übrigens nie den öffentlichen Personenverkehr auf der Siebertalbahn aufgenommen, weil die Straßenbahn einfach eine zu große Konkurrenz war und die Stadt Herzberg auch wesentlich kundenfreundlicher bedienen konnte. Dagegen war der Austausch mit der ebenso 1000 mm breiten BAE so immens, dass Züge aus dem Harz kommend einfach auf E-Betrieb umgespannt und bis in das Stadtzentrum durchgeführt wurden konnten, was auf dem Bild auch deutlich sichtbar ist. Diese HSB war eine der kleineren, eher unbekannten Straßenbahnbetrieben, die es doch in einer großen Anzahl mal gab. Ich erinnere da nur an die Cuxhavener Straßenbahn!

Ich denke prägend war sie für Otto, weil er mit ihr mit der DB aus Lauterberg kommend bequem zur höhren Schule weiterfahren konnte und nicht den weiten Weg laufen musste. Dabei sah er dann die Wagen der ihm bis dahin unbekannten BAE. Es sollen sogar Güterwagen befördert worden sein. Leider habe ich den Linienplan mit den eingezeichneten Haltestellen und den Fahrplan von 1955 verlegt, so dass ich ihn gerade nicht wiedergeben kann. Ich werde ihn nachreichen oder mal sehen, was Otto so in seiner Sammlung hat.

Ihr habt mich natürlich durchschaut: alles nur Humbug! Keine der zu sehenden Personenwagen sind auch nur auf einem einzigen Foto der BAE zu sehen, die in diesem Forum ja endlich gebührend dokumentiert wurde! Vielmehr handelt es sich um Bielefeld und der dortigen Straßenbahn. Manche unter Euch werden mich nun bezichtigen, das ist alles nur eine Verschwörung, da es Bielefeld eigentlich nicht gibt und ich entweder:
a) ein Verschwörer bin oder
b) einer der Leichtgläubigen, die einem aber auch alles glauben
Aber ich schwöre, ich war schon mal in Bielefeld! Da gibt es - so wurde mir glaubhaft versichert - die erste Verlegung einer Straßenbahn in den Untergrund. Damals viel belächelt und nach dem dortigen Erfolg häufig kopiert mit der Folge, dass sich diese Städte nun brüsten man hätte eine U-Bahn. Keine 100 m von meinem Schreibtisch steht so ein Pseudo U-Bahn-Schild, womit sich die Hauptstadt der Provinz Hannover versucht ein wenig mit ihrer Straßenbahn aufzuplustern. Dabei gibt es in Deutschland wohl nur in Berlin, Hamburg, München, Nürnberg und Frankfurt schienengebundene öffentliche Nahverkehrsmittel, die eine U-Bahn-Konzession haben. Also nur in ernstzunehmenden Großstädten.

Obwohl ich kannte mal einen Bergmann aus Bad Oldesloe, der behauptete jede Stadt, die ihren Straßenbahnbetrieb aufgibt, verleihe sich selbst wieder den Titel eines Dorfes. Er bezog das auf seine Landeshauptstadt Kiel, die demnach 1985 in der Bedeutungslosigkeit versank. Ich guckte dann betreten zu Boden, denn meine Heimat Hamburch war schon seit 1978 wieder ein Dorf geworden. An dem letzten Tag damals stand auch ich auf dem Rathausmarkt und schaute den letzten Wagen zu. Mit damals neun Jahren entstanden auch meine ersten Bilder von Schienenfahrzeugen - verwackelt und heute farblich ziemlich verfärbt, was wohl an meiner damaligen Trauer lag. Prägend an dieser Straßenbahn war aber für mich eher ein Ereignis was etwas früher zurücklag: Als ca. sechsjähriger Spöks hat mich mal ein Straßenbahnfahrer beim Aussteigen übersehen und mit der schließenden Falttür kurzzeitig eingeklemmt. Nun ja, die Straßenbahn war dann ja bald Geschichte, aber die alten S-Bahntriebwagen der Baureihen 470 und 471 fuhren noch verdammt lange. Deren Türen wurden wohl mit Pressluft geschlossen, was mir auch noch als Erwachsener eher wie eine Guillotine oder anderes Trennwerkzeug vorkam. Ich hatte einen Heidenrespekt vor ihnen! Die gingen nicht so lahmarschig zu wie die in Berlin!

Aber ein Erlebnis in so einer S-Bahntür hatte ich dennoch, welches bei dieser Weitergabe unnützen Wissens nicht fehlen darf: Als ich mein Schulpraktikum im Hamburger Osten absolvierte, musste ich immer am Hauptbahnhof umsteigen. Eines Nachmittags passten meine Rückfahrt und ein Spiel des HSV zeitlich gut zusammen. Der Bahnsteig war gerammelt voll von den Fans und diese wollten partout nicht auf mein Aussteigen warten. Ich wurde also grob in den Wagen zurückgedrängt. Als die Meute endlich drin war und ich mich dann in der Tür befand sprang mich dann ganz mutig der Hund der Bahnpolizei an, der kurz vorher noch seinen Schwanz eingezogen hatte. Das wäre seinem Kollegen aus Hamburg-Harburg aber nicht passiert, der auf dem charmanten Namen Rambo hörte ... aber ich glaube, ich bin ein wenig vom Thema dieses Forum abgewichen: Das Bild ist also kein Harzer Käse, vielleicht Appenzeller oder doch ... in diesem Sinne PN und ein guten Rutsch, falls man sich vorher nicht mehr schreibt :-)

Volka

OOK Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 5.161

30.12.2009 12:17
#3 RE: Prägung Antworten


Wenn mein Lachanfall so lange zurück liegt, dass ich wieder richtig atmen kann, werde ich versuchen, hierauf zu antworten.

OOK.
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OOK Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 5.161

31.12.2009 22:31
#4 RE: Prägung Antworten

Obwohl vermutlich niemand dran geglaubt hat: ich halte Wort und bringe in der Sylvesternacht die Auflösung.
Das Bild zeigt einen abfahrbereiten Zug der meterspurigen Tilsiter Kleinbahn am Getreidemarkt/Fletcherplatz. Nachstehend vier Bilder aus meiner geheimen Schatztruhe, denn Bilder aus diesem Bereich sind rar wie Goldstaub:



Links oben die gleiche Stelle von oben gesehen. Auf dem rechten Gleis ein Wagen der Tilsiter Straßenbahn. Geradeaus geht es in die Dammstraße (dort stand mein Geburtshaus) und weiter nach Engelsberg, nach unten rechts um die Kurve in die Stadt (Hohe Straße).
Separat davon links das Gleis der Kleinbahn, das im Hintergrund stumpf endet, nach links aber in Richtung Memelbrücke führt. Die Gleisverbindung zwischen Klein- und Straßenbahn muss irgendwo im Schnee vergraben sein.

Rechts oben: Geradeaus das Gleis auf die Memelbrücke, genannt Königin-Luise-Brücke, eine dreibogige große Brücke ähnlich der Kölner Rheinbrücke. Nach links abwärts das Gleis zum Memelhafen.

Links unten:
Nach Überquerung der Memel geht es im flachen Memelland weiter bis Miekiten, wo die Bahn auf die nicht elektrifizierte Stammstrecke Pogegen-Schmalleningken trifft. Die beiden Triebwagen, die den Zug beförden, sind auch die einzigen Traktionsmittel des elektrifizierten Abschnittes.

Unten rechts: Die erste Station auf der rechten Memelseite hieß Tilsit-Übermemel und war bei Hochwasser häufig überschwemmt. Einige der ca. siebzig Güterwagen der Bahn stehen hier und warten auf das Sinken des Wassers.

Das Eigentumsmerkmal an den Fahrzeugen lautete IKB, was Insterburger Kleinbahn bedeutete. Die war 750mm-spurig, aber die Tilsiter Kleinbahn gehörte zu dieser Gesellschaft und hatte keine eigenen Initialen.

Erwartungsgemäß war die Ratebeteiligung gering: zwei Personen, beide mit richtigten Antworten, nämlich Sebastian und Volker.
Immerhin!
Allen Ratern und Nichtratern nun einen Guten Rutsch ins Jahr 2010.

Euer Otto

OOK.
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Volka Offline




Beiträge: 3.930

02.01.2010 14:11
#5 RE: Prägung Antworten

Hallo,

freut mich richtig geraten zu haben und vielen Dank für die Bilder von einem wohl sehr interessanten Betrieb. Kannst Du nach so langer Zeit noch an diese Bahnen erinnern und ihre prägende Wirkung erinnern?! Respekt!

Ich hatte gerade ein wenig Muße und googelte mich mal wieder durch das Netz zu dem Thema - eigentlich suche ich noch eine Fahrzeugliste der Insterburger Kleinbahn (750 mm) - und fand dabei folgende Links, die für den einen oder anderen auch lesenswert sein köönten:
Straßenbahn in Tilsit: http://www.tilsit-ragnit.de/tilsit/ti_strassenbahn.html
Bilder von Kleinbahnen in Ostpreußen (bei der Suche Kleinbahn eingeben): http://www.bildarchiv-ostpreussen.de/

Volker

Edit: Hab da wohl was übersehen: http://www.tilsit-ragnit.de/ragnit/ra_kleinbahn_pogegen.html
Und alte Karten kann man sich über die [url="http://greif.uni-greifswald.de/geogreif/?page_id=4484"]Uni Greifswald[/url] anzeigen lassen: http://greif.uni-greifswald.de/geogreif/.../0997Tilsit.jpg

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