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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 229 mal aufgerufen
 HSB aktuell
Feldbahn-Alex Offline




Beiträge: 1.200

18.02.2010 08:31
Winter "wie früher" und nix geht mehr...?! antworten

Moinsens!

Eine etwas provokante Überschrift, aaaaaber: Als Kind kann ich mich an solche Winter wie 2010 in den 80ern des letzten Jahrhunderts noch gut erinnern. Da brach weder der Straßenverkehr, noch der Schienenverkehr zusammen. Aus Northeim kam regelmäßig der Klima-Schneepflug mit einer 211 oder 212, gelegentlich auch mit einer 216 bespannt nach Walkenried. Die Bahn fuhr, und das fast immer pünkltlich. Auch 614, 624, 612, ja sogar 628 und die lokbespannten Züge haten keine probleme mit Eis und Schee an den Türen und im Fahrwerksbereich. Es gab noch die Weichenschmierer (anstelle von Harz IV...) und auf den Bahnhöfen noch das "Wir"-Gefühl von Fahrdienstleiter, Stellwerker, Güterbodenpersonal usw. Heute, rund 25 Jahre später ist davon nix mehr übrig. Die Bahnhöfe sind zurückgebaut, das Personal kommt aus allen Gegenden des Südharzes, der nächste Schneepflug steht glaube ich in Göttingen, und bei 50 cm Schnee kapitulieren die hochmodernen Triebwagen...

Damals gab es sogar eine Werbeplakat der Deutschen Bundesbahn: Alle reden vom Wetter - Wir nicht!
Davon ist leider sehr wenig übrig geblieben. Ich denke bei der DR war es ähnlich!

Aber auch die Wintererprobte HSB scheint in diesem Winter größere Probleme zu haben. Woran liegt das? Mag es vielleicht sein, dass von einst 2 (4) Schneepflügen und einer Fräse nix mehr betriebsfähig ist und alle Fahrzeuge durch die Zaugg-Fräse ersetzt wurden?!?

Die 2 Meininger Neubaupflüge scheinen sich ja nur auf 750mm-Spur bewährt zu haben. Im Harz eher nicht. Von Eisenbahnern wurden die Kopflastigkeit bei Pappschnee sowie die pneumatischen Pflugschare bemängelt. Ergebnis: 2 neue Fahrzeuge verrosteten seit langer Zeit, eines wurde als Teilespender der neuen Fräse genutzt. Aus wirtschaftlichen Gründen wird vorrangig die Brockenstrecke freigehalten (verständlich!), gefolgt der der Harzquerbahn. Das Selketal ist daher nachrangig.

So, jetzt mal meine Gedanken dazu:
Wieso revidiert man nicht den noch dahinrostenden 2. Meininger Schneepflug und baut ihn entsprechende der Anforderungen im Harz um, das dürfte doch kein allzu großer kraftakt sein(oder führt den Pflug der "alten Räumeinheit" einer HU zu)? Erfahrungen hat man doch darin in Wernigerode Wt, schließlich wurden 2 Gw erfolgreich in Pflüge umgebaut.

Pro alten Pflug: Das Teil ist ausgereift. Kontra: mechanische Verstellung der Pflugschare, nur Ofenheizung, alte Grundsubstanz.

Pro neuer Pflug: "neuwertige Substanz", für die Bedienmannschaft komfortabler ausgerüstet. Kontra: siehe oben. Aber: Der Umbau von Pneumatik auf Hydraulik oder Mechanik sowie mehr Gewicht dürften doch kein Problem sein. Damit wäre auch im Selketal ein geeignetes Räumfahrzeug vorhanden.

Wieso denkt man in Wernigerode über soetwas eigentlich nicht nach? Kein Geld? (Fehlbetrag der HU 95 027?!?!?!?)

Was sagt Ihr dazu (insbesondere die Betriebsbahner und die Ehemaligen).

Gruß
Alex

Reiner Offline




Beiträge: 2.905

18.02.2010 09:02
#2 RE: Winter "wie früher" und nix geht mehr...?! antworten

Mir fällt dazu nichts mehr ein es ist wohl alles gesagt.
Wenn man unbedingt mit den Kopf an den Baum rammen will dann bitte schön sollen sie sich doch blutige Köpfe holen.
Auch wenn man sich den heutigen Volksstimme Artikel durchliest fragt man sich automatisch wofür das Geld überhaupt ausgegeben worden ist.
Und das waren auch noch nicht die letzten Meldungen die mir unverständlich sind.
Bei der DR gab es eine Betriebszeitung "Fahrt Frei" da wurde alles immer nur rosarot dargestellt.
So was gibt es heute bei der DB auch. Genau so wie zu DDR Zeiten alles wird nur schön geredet, sogar die Negativen Sachen.
Die DR gibt es nun inzwischen nicht mehr, mal sehen wie lange es noch eine DB gibt. Zumindest bröckelt sie schon stark und die Politik tut ihr ganzes dazu das sie zerschlagen wird. Die Kleinstaaterei bei den Bahnen wurde Anfang des 19 Jahrhunderts zu Gunsten einer starken Staatsbahn abgeschafft. Heute geht man den umgekehrten Weg. Da es keine starke Bahn mehr gibt wird wohl letzten Endes das meiste auf der Straße landen obwohl die Politiker das Gegenteil beteuerrn. Die Tatsachen jedoch sprechen ihre eigene Sprache.

Beste Grüße Reiner

Volka Offline




Beiträge: 3.875

18.02.2010 13:58
#3 RE: Winter "wie früher" und nix geht mehr...?! antworten

Ich möchte nicht wissen wie teuer eine Fahrkarte ohne Rationalisierung heute wäre bzw. was es den Steuerzahler und damit allen zusätzlich kosten würde.

Die letzten Prozent zur Perfektion sind die teuersten und aufwendigsten.

Hilde ( gelöscht )
Beiträge:

19.02.2010 11:14
#4 RE: Winter "wie früher" und nix geht mehr...?! antworten

Zitat von Feldbahn-Alex
Moinsens!

Wieso denkt man in Wernigerode über soetwas eigentlich nicht nach? Kein Geld? (Fehlbetrag der HU 95 027?!?!?!?)
Was sagt Ihr dazu (insbesondere die Betriebsbahner und die Ehemaligen).



N'dach ook,
das ist ne gute Frage! Alle Anstrengungen, in jeder Hinsicht, konzentrieren sich auf die Brockenstrecke.Die neue Schneefräse ist ja dafür bestens geeignet,und wird zu allererst auch dort eingesetzt und daher nur bedingt für die anderen Strecken verfügbar. Meistens dann, wenn die Räumung zum Brocken aufgegeben wird.
Selbst wenn es den alten Schneepflug noch gäbe, wäre parallel die Räumung der anderen Strecken nicht machbar. Keine Lok, keine Personale!!
Leute mit nem gesunden Menschenverstand haben mit Sicherheit eine Erklärung dafür!!!

Ach, und was die eingeschränkte Mobilität der Bahnen heute bei diesem Wetter angeht, fällt mir ein Erlebnis vom Winter 1979 ein.
War zu diesem Zeitpunkt bei der NVA, viele Soldaten mußten im Norden Hilfe leisten, und es herrschte allgemeine Urlaubs- u. Ausgangssperre.
Meiner sportlichen Aktivität damals verdankte ich, dass ich zur DDR- Meisterschaft im Ringen nach Artern fahren konnte. Bekam also als Einziger Armeeangehöriger des Truppenteils Urlaub. Setzte mich in Glöwen in den Zug und kam, nach damals üblicher Umsteigerei und ohne Probleme, in Wernigerode an. Am nächsten Tag ging's dann weiter nach Artern, und siehe da mit Erfolg. Die Technik muß wohl damals doch robuster und bahntauglicher gewesen sein!
Der Wettkampf war allerdings nicht von Erfolg gekrönt, zwei "Klatschen" und raus aus dem Turnier.
Gruß Hilde

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