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Heidi Offline




Beiträge: 626

10.04.2010 14:03
Rundwanderung Mägdesprung-Alexisbad antworten

Hallo zusammen,

am 05. April 2010 machte ich in Begleitung eines Forumsfreundes die nachfolgend beschriebene Wanderung.
Durch meine eigene Schussligkeit ließ ich meine Kamera im Auto liegen, so dass ich keine Bilder der einzelnen Wegpunkte machen konnte. Dies werde ich bei meinem nächsten Besuch am 1. und 2. Mai im Selketal nachholen umd die Wanderbeschreibung noch etwas zu illustrieren.

Ausgangspunkt der Wanderung war ein Parkplatz zwischen Mägdesprung und Stahlhammer. Von hier aus ging es ca. 700m in Richtung Mägdesprung, wo der Weg von der Bundesstraße 185 rechts abzweigte. Hier lag nun der schwierigste Teil der Strecke vor uns. Auf einer Strecke von 500 m ging es auf felsigem Weg steil hinauf zum Eisernen Kreuz. Von hier aus bot sich ein sehr Schöner Blick über das Selketal bis hin zum Ramberg, dessen Viktorshöhe mit 582m die höchste Erhebung im östlichen Harz ist.

Zum Gedenken an den Herzog Alexius von Anhalt-Bernburg, dem Begründer des Ortes Alexisbad, wurde das Eiserne Kreuz im Jahre 1837 von seiner Tochter, der Prinzessin Wilhelmine Luise und ihrem Gatten Prinz Friedrich von Preußen errichtet. Bedingt durch die Witterungsverhältnisse war das ursprüngliche Kreuz verrottet, so dass es im Jahre 1930 erneut aufgebaut wurde. Doch wenige Jahre später, im Jahre 1945, wurde es durch Angriffe der Alleierten so sehr beschädigt, dass es in Folge zahlreicher Kugellöcher, die noch heute erkennbar sind, abbrach und zu Tale stürzte. Nach dem Jahrhunderthochwasser von 1994 wurde das demolierte Kreuz in der Selke gefunden und geborgen. Ehrenamtlichen Helfern ist die Restaurierung gelungen. Bereits 1995 konnte das Kreuz wieder an seinem ursprünglichen Ort aufgestellt werden.

Nach ca. 100 m erreichten wir die Mägdetrappe. Mit etwas Fantasie kann man hier im Fels einen „menschlichen“ Fußabdruck erkennen. Einer alten Sage nach übersprang hier das Riesenmädchen Amala, die Selke um zu ihren Geliebten, den König der Riesen, Luipold zu gelangen. Unmittelbar an der Mägdetrappe befindet sich eine mehr als 100 Jahre alte Bank aus Eichenholz und auf drei stählernen Beinen, die aus der Zeit der Stahlindustrie im Selketal stammen.

Weitere 100 m später gelangten wir an einem wunderbaren Aussichtspunkt auf einer Klippe, die als „Freundschaftsklippe“ bezeichnet wird. Von hier aus bietet sich ein Blick auf die Selke und die parallel verlaufenden Selketalbahn, als würde man aus der Vogelperspektive eine Modelbahnlandschaft betrachten. Zwar lädt dieser Ort zum Verweilen ein, dennoch wollten wir uns nicht länger aufhalten, da unser erster Etappenpunkt, die Köthener Hütte bereits nach weiteren 900 m erreicht sein würde.

An der Köthener Hütte angelangt wurde erst einmal, auf der Terasse der Hütte, bei schönstem Talblick, ein Kaffee aus unserem Reisegepäck getrunken. Hier an der Köthener Hütte ergibt sich die Möglichkeit weiter über den Selkeklippenweg zur Verlobungsurne und weiter ins Ortszentrum von Alexisbad zu wandern. Dieser Weg ist zwar wegen seiner Aussichtspunkte sehr attraktiv, aber weniger spektakulär als der von uns gewählte „Pionierweg“. Auf einem schmalen Pfad führte der Pionierweg stetig talwärts nach Alexisbad. Während das Gelände rechterhand steil ins Tal fiel, erhoben sich linkerhand steile Felsklippen. Im ersten Abschnitt des Weges war dieser so schmal, dass ein nebeneinander Gehen kaum möglich war. Nach ca. 1400 m passierten wir den Pioniertunnel, der während einer Übung der 2. Kompanie des Magdeburger Pionierbataillons im Jahre 1900 als Felsdurchbruch errichtet wurde. Unmittelbar am Ausgang des Tunnels befindet sich die Pioniersklippe.

Im weiteren Verlauf des Weges passieren wir nach 600m eine Brücke, die in einer ca. 150° Kehre über einen kleinen, zu Tale stürzenden Bach, führt. 1000 m weiter haben wir die Klostermühle am Ortseingang von Alexisbad erreicht.

Die Geschichte der Klostermühle reicht zurück bis in das Jahr 975. Sie gehörte zum Kloster Hagenrode, einer Außenabtei des Kloster Nienburg. Während des Bauernkrieges wurde um 1525 der Ort und das Kloster völlig zerstört. 1870 wurde aus den Steinen des zerstörten Ortes und Klosters das heutige Hotel Klostermühle erbaut.

Hier überqueren wir die B 185, gehen an der alten Klostermühle vorbei und überqueren die Selke. Nach 50 m gabelt sich der Weg. Hier machen wir Rast und speisen die herzhaften Gerichte (Kartoffelsalat und Frikadellen) die wir in unserem Gepäck mitführten und am Abend zuvor zubereitet hatten.

Nachdem wir gespeist hatten ging es nun rechterhand parallel zur Selke und zur Selketalbahn weiter in Richtung Wasserfall, den wir nach 2500 m erreichten. Einige Minuten verweilten wir hier und genossen das Naturschauspiel des tosenden Wassers. Nach weiteren 900 m führte der Weg vorbei an die Reste der alten Wehrmauer bevor wir nach weiteren 200 m das alte Forsthaus Drahtzug erreichten und über die Gleise einen sehr kurzen Plausch mit unserem Forumsfreund René (Grüner)hielten . Die Geschichte des Forsthauses kann man unter http://www.forsthaus-drahtzug.de/geschich.htm nachlesen.

Von hier aus ging es dann vorbei an Stahlhammer zum Parkplatz an der Selkebrücke. Die gesamte Wegstrecke belief sich auf insgesamt 9,5 km.

Viele Grüße
Heidi

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Warum in die Ferne schweifen wenn die Heimat doch so schön ist...........

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