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Dieses Thema hat 62 Antworten
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 Steinbruch Königskopf
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OOK Offline


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Beiträge: 5.124

19.03.2007 21:24
Derrick, neue Folge Antworten

Nein, jetzt kommt kein Krimi. Wer "Harzer Schmalspur-Spezialitäten" gelesen hat, weiß, dass z.b. im Steinbruch Knaupsholz an der Brockenbahn die Steinblöcke mittels hölzerner Dreibein-Kräne verladen wurden. Und die nannte (und nennt) man Derrick. Nun hat der Wernigeröder Geschichtsverein einen solchen Derrick gleich hinter dem Bahnhof Steinerne Renne aufgestellt, etwa am Fuße des ehemaligen Bremsberges. Damit ist der Steinbruchgeschichte ein anschauliches Denkmal gesetzt.
Für Modellbauer: Die Fa. Panier hat einmal solche Derricks in Bausatzform hergestellt, in glaube im H0- und im 0-Maßstab. Letztere wurden auch mal über Addie vertrieben. In einer meiner vielen Schuladen wartet solch ein Bausatz auf seinen Tag.
OOK.

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Die vierte Harzer Meterspurbahn (BAE) gibts als Maxi-Buch, aber nicht mehr lange: https://shop.vgbahn.info/vgbahn/shop/die...bahn-_3723.html
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Angefügte Bilder:
Derrik-Renne-1.jpg   Derrik-Renne-2.jpg  
jaffa Offline


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Beiträge: 564

27.05.2010 12:43
#2 RE: Derrick, neue Folge Antworten

Ich hole das Thema mal wieder hoch ... weil mich das Thema Steinbruch mit allem, was dazu gehört, interessiert: Feldbahn, Schrägaufzug ... und eben Derrick. Hier erst einmal ein interessanter Link zum Thema Derrick im hansebubeforum.
Bild von neuerem Derrick im Steinbruch (2004) hier (für weitere Steinbruchbilder dort blättern).
Hier ein Holz-Derick im Steinbruch (leider nicht Harz). Noch ein Holz-Derrick im Steinbruch ... auch nicht Harz.

Bis wann wurden solche Derricks aus Holz eingesetzt? ... ab wann Stahlgitterkonstruktionen?
Wie wurden die Holz-Derricks betätigt? (Klar: zunächst mal eine Winde fürs Verstellen des Neigungswinkels, eine zweite für den Hebeflaschenzug ... egal, ob per Hand oder wie in OOKs Fotos per Maschine; aber wie wurde die Drehbewegung des Standbaums übertragen? ... und Elektrowinden wie im Bild kann ich mir Anno-dunnemals im Steinbruch schwer vorstellen ...)
Lasten bis zu welchen Gewichten konnten mit den alten Holz-Derricks bewegt werden?

Fragen über Fragen ...

Gruß --- Jürgen

jaffa Offline


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Beiträge: 564

20.06.2010 23:19
#3 RE: Derrick, neue Folge Antworten

Ich habe mal versucht, den Derrick vom Eingangsposting schematisch zu zeichnen und zu vermaßen:



Vielleicht können die Steinbruch-Experten mal draufschauen, ob das alles plausibel und korrekt ist.
Was sich etwas schwer darstellen lässt: die beiden Flaschenzüge fürs Heben und für die Baumneigung laufen über zwei hintereinander, auf der selben Welle drehenden Seilrollen. Deshalb sind die beiden hintereinander liegenden Seile grün-schwarz gestrichelt gezeichnet.
Der Motor dreht stets in eine Richtung, der Richtungswechsel wird an den einzelnen Winden gestellt: so weit ich die Schaltmimik an der Maschine nachvollziehen kann (siehe Foto im Eingangsposting), gibt es einen Hebel, der die Winde aktiviert/einkuppelt und einen für den Richtungswechsel.
An Stelle des Elektromotors könnte auch eine Dampfmaschine stehen (in der Schemazeichnung ist schon etwas Luft gelassen ; wie sahen Dampfmaschinen aus, die für solche Zwecke eingesetzt wurde? Wie groß waren die Dinger?

Gruß --- Jürgen

jaffa Offline


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Beiträge: 564

22.06.2010 18:09
#4 Derrick, Fortsetzung Antworten

Der Derrick im Eingangsposting hat, wie sich nun rausstellt, sowohl in den Dimensionen wie auch in puncto Seilführung und Beschläge nur noch eine gewisse Ähnlichkeit mit einem "ordentlichen" Derrick. Insofern ist der Derrick in Jürgens Posting vom 20.7.2007 das tauglichere Modell (auch wenn hier der Standbaum durch Seile abgespannt ist und nocht durch zwei Stützbäume).
Die Seilführungen waren in der Regel separat für Kran und Kranneigung, wurden nicht über die Spitzen der Bäume geführt (was sich beim Standbaum auch mit dem Drehbeschlag beißen würde) und wurden in der Regel an Derrick-Vorderseite nach unten geführt. So könnte seitlich am Standbaum oder auf der Rückseite auch noch eine Leiter für Wartungsarbeiten befestigt werden.

So sieht also die nächste Folge von Derrick aus (jetzt auch mit Dampfantrieb ausgestattet):



Wenn das Maschinenhaus nicht gerade hinter dem Derrick, sondern seitlich davon steht, könnte eine liegende, doppelte Seilrolle, die auf dem Drehkranz befestigt wird, für die notwendige Umlenkung der Seile bei Drehbewegungen des Derricks sorgen.

Da diese Recherchen und Überlegungen irgendwann Modellwirklichkeit werden sollen, sind auch die Maße für 1:45 und 1:160 vermerkt.

OOK Offline


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Beiträge: 5.124

22.06.2010 18:13
#5 RE: Derrick, neue Folge Antworten

Eine anmutige und respektable Umsetzung des Schau-Derricks an der Steinernen Renne. Der ist leider nicht unbedingt typisch für die in den umliegenden Steinbrüchen existiert habenden Derricks. Bei denen war der Mast deutlich höher als der Baum, die Seilscheiben (Taljen, Flaschenzüge) waren schwenkbar an Mast- und Baumspitze angeschäkelt, die Zugseile wurden an der Vorderseite des Mastes (= dem Baum zugewandte Seite) nach unten geführt, dann unter dem Mastfuß hindurch. So jedenfalls meine ich das aus diversen Bildern herausgelesen zu haben.

Unklar ist mir, wie verhindert wurde, dass die niedergeführten und in die Waagerechte umgelenkten Zugseile beim Schwenken des Baumes (= Drehen des Mastes!) nicht "entgleisten" und sich verhedderten. Wer kann aufklären? Wer hat davon Detailbilder?

Edit: Hatte jaffas zweite Grafik noch nicht registriert, als ich dies schrieb. Er geht auf die von mir genannten Details schon ein und hat sie auch in seiner zweiten Grafik (bis auf den zu langen Baum) schon umgesetzt.

OOK.
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jaffa Offline


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Beiträge: 564

22.06.2010 20:12
#6 RE: Derrick, Fortsetzung Antworten

Dass der Kranbaum länger ist als der Standbaum, habe ich bei etlichen Derrick-Bildern gesehen. Was in den Harzsteinbrüchen üblich war und ob es auch Varianten mit längerem KRanbaum gab, vermag ich mangels Fotovorlagen nicht zu sagen.
Wenn der Kranbaum länger ist als der Standbaum, dann kann die vorn mir gezeigte Konstruktion allerdings nicht klappen. Dann muss – so wie in dieser korrigierten Zeichnung – der Flaschenzug über eine Doppelrolle am Standbaum noch einmal umgelenkt und am Kranbaum angeschlagen werden, an einem Punkt der unterhalb der Länge des Standbaumes liegt (rotes Seil):



@Otto: als Schutz gegen das Verheddern bzw. Abspringen der Seile von den Führungsrollen beim Drehen müssten meine liegenden, auf dem Drehfuß befestigten Doppelseilrollen taugen. Ich zeichne das noch einmal als Detail. Ob es in der Praxis so gelöst wurde, vermag ich natürlich nicht zu sagen.

Gruß --- Jürgen

jaffa Offline


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Beiträge: 564

22.06.2010 21:25
#7 RE: Derrick, Fortsetzung Antworten

Hier noch einmal das Detail am Mastfuß:

jaffa Offline


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Beiträge: 564

23.06.2010 10:51
#8 RE: Derrick, Fortsetzung Antworten

Es tauchte die Frage auf, wie es abgesehen von den Gesamtdimensionen eines "typischen" Harzer Steinbruch-Derricks, mit den weiteren Maßen im Detail aussieht. Deshalb hier einmal an einem Foto, wo sich zumindest halbwegs vernünftige Referenzmaße ableiten lassen, der Versuch, einige Maße festzulegen bzw. zu überprüfen (das Foto zeigt den Derrick an der Verladerampe des Steinbruchs Knaupsholz, Bild aus der Sammlung Steimecke):



Schön ist auf dem Foto auch die Konstruktion des oberen Drehlagers zu erkennen. Und die Rollenblöcke haben in der Tat gewaltige Dimensionen. Der Materialquerschnitt bei Kettengliedern und Schäkeln wird runde 5 cm betragen!
Heißt im Klartext: die zurzeit vorhandenen Rollenblöcke mit einem Seilscheibendurchmesser von 4 mm für 1:45 haben nur ca. 2/3 der Vorbild-Größe! ... und müssen ersetzt werden ...

P.S.: beim nochmaligen Draufgucken scheint mir das Maß für die beiden Stützbäume mit 350 mm hier zu gering angenommen zu sein ... die dürften bei diesem Derrick über 400 mm stark sein ... und damit deutlich stärker als der Standbaum (eher ungewöhnlich!), der bei 350 mm liegen dürfte.

jaffa Offline


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Beiträge: 564

24.06.2010 11:07
#9 RE: Derrick, Fortsetzung Antworten

Alles, was der Derrick-Konstrukteur so braucht ... (neben Baumstämmen, Stahlseilen, diversen Eisenteilen):



Auch wenn diese Ergänzungen jetzt arg in Richtung Modellbau driften, finde ich es momentan hier noch richtig aufgehoben, weil es ganz gut dazu beiträgt, zu begreifen, wie so ein Derrick funktioniert.

jaffa Offline


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Beiträge: 564

24.06.2010 16:14
#10 RE: Derrick, Fortsetzung Antworten

Dann kann ich hier ja ganz entspannt für die BAE-Insider die Modellbauaspekte dokumentieren ...

Nachtrag zu den Beschlägen: die stammen von WECO-Rostock (schiffmodell.de) – gestern vormittag bestellt, heute früh in der Post

Der aktuelle und nun etwas verfeinerte Planungsstand des Derricks sieht so aus:

pollux Offline


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Beiträge: 329

24.06.2010 19:41
#11 RE: Derrick, Fortsetzung Antworten

(@Alles, was der Derrick-Konstrukteur so braucht ... )

Das braucht man auch für andere Sachen. Danke für die Adresse.
Gruß Dieter

Herzliche Grüße, Dieter

jaffa Offline


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Beiträge: 564

24.06.2010 23:33
#12 RE: Derrick, Fortsetzung Antworten

Ab Morgen ist für ein paar Tage Bastelpause: übers verlängerte Wochenende bin ich im Harz.
Deshalb vorher noch schnell das Ergebnis von gestern Abend und heute ... der Drehfuß vom Derrick ist präpariert:



Ein bisschen anders als in der Zeichnung vom Fuß, habe ich die Lager für die horizontalen Umlenkrollen nicht vor den Mastfuß, sondern möglichst weit an den Drehpunkt herangerückt. Je weiter diese Rollen vor dem Drehpunkt liegen, umso stärker werden die Hebelkräfte, die beim Drehen kontraproduktiv wirken würden.
Der Drehpunkt des Derrick liegt übrigens nicht zentral unter dem Standbaum, sondern zwischen Standbaum und Kranbaum (habe ich bei genauem Studium des oberen Drehbeschlages herausgekommen ... siehe Detailfoto vom Derrick-Kopf).

Der Drehfuß des Derrick ist aus Polystyrol: erst eine 1-mm-Scheibe rund gefräst, dann oben und unten eine 0,5-mm-Platte aufgeklebt und kreisförmig mit etwas Überstand so gefräst, dass die Nut für die Seilführung entsteht. Anschließend innen die sechs Speichen mit dem Cutter heraus geschnitten und mit Diamantfeilen versäubert. Zu den Beschlägen für die Mastbefestigung muss man nicht viel erklären.

Die Grundierung ist schnell und schludrig mit dem Pinsel gemacht; das hat durchaus System, weil das ganze Teil nachher im Zustand heftiger Benutzung glaubwürdig aussehen soll ... unter nicht allzu sparsamer Verwendung meiner Lieblingsfarbe "Rost"

Gruß --- Jürgen

jaffa Offline


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Beiträge: 564

25.06.2010 22:54
#13 RE: Derrick, Fortsetzung Antworten

Anders als gestern prognostiziert ... heute abend war doch noch ein wenig Zeit zum Basteln ... so dass der Derrick-Drehfuß jetzt fertig ist:



Nun müssen die Holzmasten präpariert werden: die allzu glatten Buchenholzrundstäbe müssen auf Kiefer getrimmt werden und bekommen Astlöcher und -stümpfe. Aber wie gesagt: das erst ab Dienstag kommender Woche.

OOK Offline


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Beiträge: 5.124

26.06.2010 07:12
#14 RE: Derrick, Fortsetzung Antworten

Ach ja, eben mal so zwischen Tagensschau und Wetterkarte hingediddelt, wie?

OOK.
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jaffa Offline


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Beiträge: 564

26.06.2010 08:37
#15 RE: Derrick, Fortsetzung Antworten

Nein, Otto, ich muss ich dich enttäuschen: eine Fußball-Halbzeit hats schon gedauert (ja ich gestehe, auf meinem PC lief in einer Ecke Spanien : Chile ... und ich habe mit eiinem Auge hingeguckt).

Dieters Rückmeldung entnehme ich, dass es für die Modellbauer durchaus interessant ist, Ross und Reiter konkret zu benennen.

Deshalb eine kleine technische Information am Rande: die Schrauben für das Lager der horizontalen Umlenkrollen sind M-1-Schrauben, das Lager des Kranbaums sind M-1,6-Muttern, für den Lagerbolzen sind Gewinde auf einen 1,6-mm-Messingstab geschnitten. Die Masten werden später in gleicher Weise an den Beschlägen befestigt, aber mit Bolzen/Schrauben M 1,2
Wen es interessiert, wo man so etwas herbekommt, dem empfehle ich in meinen Datenbanken Wer liefert was? zu stöbern.

Meine bevorzugten Lieferanten für Modellbauschrauben sind Knupfer und modellbauschrauben.de

Gruß --- Jürgen

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