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Dieses Thema hat 12 Antworten
und wurde 795 mal aufgerufen
 Harzer Meterspur zur DR-Zeit (1949 -1991)
kuno Offline



Beiträge: 1.353

26.04.2012 20:48
Harzer Schmalspurloks mit Kobelschornstein Antworten

Hallo zusammen,
hier im Forum wurde 2009 schon einmal über das Thema "Harzer Schmalspurloks mit Kobelschornsteinen" diskutiert und es wurden einige Bilderraritäten dieser Loks gezeigt:
auf ein neues
In dem Thread stellte sich heraus, dass bisher nur sehr wenig über den Einsatz von Loks mit dieser Schornsteinform bekannt ist. Auch die Frage nach der Einsatzzeit wurde gestellt.

Leider ist das Thema hier im Forum als Rätselthema m.E. falsch platziert; eine passende Überschrift wäre da sinnvoller. Daher habe ich mir erlaubt, hier ein neues Unterthema einzurichten. Denn ich kann noch ein Bild (Foto oder Zeichnung?) beifügen, über das gerne diskutiert werden darf (welche Loks, welcher Aufnahmeort, -jahr...). ich hoffe, dass dieses Bild bisher hier im Forum noch nicht irgendwo aufgetaucht ist, sonst blamiere ich mich damit:



Es stammt mit dem gezeigten Untertitel aus einem Artikel, den Manfred Bornemann 1972 veröffentlichte. Zu dem markanten Schornstein schreibt er darin folgendes:
In den Nachkriegsjahren wurden die Lokomotiven wegen des Mangels an Steinkohle mit Braunkohle geheizt. Dies erzeugte einen wahren Funkenregen. Als Funkenfänger wurden große Töpfe auf die Schornsteine montiert, die erst Anfang der fünfziger Jahre überflüssig wurden.

Damit hätten wir auch die Fragen, weshalb und wann die Loks damit verkehrten, geklärt.

Gruß

Jörg

Angefügte Bilder:
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 Lok mit Funkenfänger.jpg 
Harzwanderer Offline



Beiträge: 1.018

27.04.2012 09:17
#2 RE: Harzer Schmalspurloks mit Kobelschornstein Antworten

Danke für die Infos und das interessante Foto, Jörg! Was ich aber nicht so ganz verstehe: wieso wurden die Funkenfänger schon in den 50ern wieder abgebaut? Die Feuerung mit Braunkohle war doch bestimmt nicht Anfang der 50er schlagartig zuende, sondern hielt doch sicher noch deutlich länger an, oder? (Evtl. im Gemisch mit Steinkohle, je nach Verfügbarkeit - zumindest glaubte ich das bisher...)

Lag die Notwendigkeit des Funkenfängers also gar nicht an der Braunkohle an sich, sondern an deren schlechter Qualität, die sicherlich nach dem Krieg besonders mies war (daher Funkenfänger) und sich dann sicher allmählich gesessert hat (daher Funkenfänger dann doch wieder eher überflüssig)?

LG Bernd

Volka Offline




Beiträge: 3.923

27.04.2012 19:31
#3 RE: Harzer Schmalspurloks mit Kobelschornstein Antworten

Hallo Jörg,

blamieren tust Du dich auch nicht, wenn es anderswo hier schon mal gezeigt war! Ich kann mich auch nicht erinnern es in diesem Forum abgebildet gesehen zu haben. Es stammt eigentlich von einer Postkarte aus der unmittelbaren Nachkriegszeit. Das Bild ist meiner Meinung nach trotz der schlechten Qualität der Aufnahme immer wieder sehenswert. Neben dem Kobelschornstein ist da die zweite Mallet, wo man leider nicht erkennt, ob sie mit einem solchen Schornstein unterwegs ist. Leider erkennt man auch nicht den ganzen Zug, sondern nur die ersten Waggons - alles Güterwagen. Und wo mag es aufgenommen sein? Ich tippe immer wieder auf den Abschnitt hinter Benneckenstein nahe dem Kälberbruch. Und die Loks scheinen meiner Ansicht nach noch keine Reichsbahnnummern zu tragen - also doch noch NWE?

Ich vermute, dass einer der Gründe zum Abbau der Kobelschornsteine auch in einem Leistungsverlust der Maschinen dadurch liegen könnte.

Viele Grüße

Volker

Boerman Offline




Beiträge: 768

27.04.2012 20:20
#4 RE: Harzer Schmalspurloks mit Kobelschornstein Antworten

Hallo Kuno,

Sicherlich ein interessantes Bild (und Thema). Ich hatte es vorher noch nicht gesehen.

Auch die 6001 soll mit einen Kobel gefahren habben. Bildlich habe ich davon keinen beweiss. Am schornstein scheint noch etwas da zu sein, wass meint Euch?



MFg Lammert

kuno Offline



Beiträge: 1.353

27.04.2012 21:11
#5 RE: Harzer Schmalspurloks mit Kobelschornstein Antworten

Hallo Lammert,
das wäre möglich.
Übrigens: 1948-49, in der Zeit, wo Bornemann die Existenz der Kobelschornsteine bezeugt und wo vor allem die meisten anderen Lokfotos von Kobelschornsteine bei der NWE existieren, wurde die 99 6001 im Bereich Nordhausen stark beanspucht:

Mit dem Einsturz des Viadukts im Ilfelder Tal durch Hochwasser im Januar 1948 schuf diese Katastrophe folgende Situation im Bahnbetrieb der NWE:
in Nordhausen standen nur die Loks NWE 1 und 21, alle übrigen befanden sich nördlich des eingestürzten Behre-Viadukts. So mußte die 21 (ab 1949 dann umnummeriert in 99 6001) den starken Berufs- und Güterverkehr zwischen Ilfeld und Nordhausen quasi alleine bewältigen. Als sie den Belastungen nicht mehr stand hielt und einen Maschinenschaden erlitt, musste "Kaffeekessel" (NWE 1) vorübergehend allein den Verkehr aufrecht erhalten. Mitte Oktober 1949 trat mit Ende des Wiederaufbaus des Viadukts wieder Bahnnormalität ein.

Diese Situation wird sich bestimmt in die Erinnerung vieler Ilfelder und Niedersachswerfener eingeprägt haben. Vielleicht erinnert sich ja noch ein älterer Einheimischer an diese Zeit und auch eventuell an einen solchen markanten Kobelschornstein an der 21, der optisch sehr auffällig gewesen wäre. Wenn ja, wäre die Existenz von 99 6001 mit diesem Schornstein zumindest mündlich bewiesen, denn nur diese Lok fuhr ja damals dort quasi im Alleinverkehr.
Eventuell kennt ja Thomas ("Ilfelder") noch ein paar dieser Augenzeugen?

Ab 1956 wurde die 99 6001 dann ja öfters an die Selketalbahn ausgeliehen, ab 1961 dann ganz. Ab Mitte der 1950er Jahre war der Kobelschornstein , so Bornemann, bei den Harzer Schmalspurbahnen nicht mehr vorhanden. So könnte es nur Bilder von der 21 mit Kobelschornstein auf der Harzquerbahn geben (und nicht auf der Selketalbahn, wo man sie ja später als Stammlok kennt), sofern sie einen solchen überhaupt jemals besaß.

Gruß
Jörg

Volka Offline




Beiträge: 3.923

28.04.2012 09:46
#6 RE: Harzer Schmalspurloks mit Kobelschornstein Antworten

Hallo Lammert,

ist dieses Detail am Schornstein auch auf den Fabrikbildern der Lok zu sehen? Wenn nicht, muss es später angebracht worden sein.

Viele Grüße

Volker

Boerman Offline




Beiträge: 768

28.04.2012 14:13
#7 RE: Harzer Schmalspurloks mit Kobelschornstein Antworten

Moin Volker,

Bei die Fabriksbilder, und Bilder anfang der 40-er, sind diese stützen noch nicht da. Anfang 50-er sind die Stützen da.

Sie sind änlich wie die Stützen bei die Malletloks. Am hintenseite des Schornsteins der 6001 ist die Stütze heute auch noch da.

Frage meinerseits, Hält einen Schornstein überhaupt so lange?

Mfg Lammert

grüner Offline




Beiträge: 761

28.04.2012 21:13
#8 RE: Harzer Schmalspurloks mit Kobelschornstein Antworten

Zitat von Boerman
Moin Volker,

Bei die Fabriksbilder, und Bilder anfang der 40-er, sind diese stützen noch nicht da. Anfang 50-er sind die Stützen da.

Sie sind änlich wie die Stützen bei die Malletloks. Am hintenseite des Schornsteins der 6001 ist die Stütze heute auch noch da.

Frage meinerseits, Hält einen Schornstein überhaupt so lange?

Mfg Lammert



Hi Lammert
An der Vorderseite sind sie auch noch vorhanden, war grad mit der 21 unterwegs und hab mir das ma aus nächster Nähe angeschaut.
Hab jetzt noch den Qualm im Haar .... hust hust

Pfiffchen

Volka Offline




Beiträge: 3.923

30.04.2012 21:29
#9 RE: Harzer Schmalspurloks mit Kobelschornstein Antworten

Zitat von Boerman
[...]
Frage meinerseits, Hält einen Schornstein überhaupt so lange? [...]


Wenn Reiner ihn nicht verbogen hat, wie bei einer Mallet in Benneckenstein(?) ;-)

Nee, keine Ahnung (ja, ich weiß: Klappe halten)

Aber was anderes: Was ich mich gerade frage ist, warum gerade die NWE ihren Loks Kobelschornsteine verpasste? Das ist natürlich die Absicht / die Forderung den Funkenflug zu minimieren. Aber warum nahmen solche Umbauten die GHE, die SHE oder auch viele andere Klein- und Privatbahnen nicht vor? Ihre Kohle dürfte in jenen Jahren nicht besser gewesen. Ist da irgendetwas in Brand geraten oder gab es besonders sensible Bereiche?

kuno Offline



Beiträge: 1.353

01.05.2012 09:32
#10 RE: Harzer Schmalspurloks mit Kobelschornstein Antworten

Zitat von Volka
Aber warum nahmen solche Umbauten die GHE, die SHE oder auch viele andere Klein- und Privatbahnen nicht vor? Ihre Kohle dürfte in jenen Jahren nicht besser gewesen.



Volker,
wenn wir von der Nachkriegszeit bis Anfang der 1950er Jahre hinein sprechen, dann sind zwei Aspekte zumindest für den Harz zu beachten:
1. die SHE lag in der Britischen Zone, die NWE in der sowjetischen. Ich denke schon, dass der Vorrat an Kohle und deren Qualität in beiden Territorien recht unterschiedlich war.
2. die GHE war ja bis 1946 demontiert und der Wiederaufbau des östl. Teils bis Lindenberg (Straßberg) zog sich bis 1950 hin. Evtl. waren hier beim Wiederbeginn des Verkehrs keine Kobelschornsteine mehr vonnöten, da die Kohlequalität bereits teilweise wieder besser geworden war.

Und dass es viele andere Nicht-Harzer Nebenbahnen nicht betraf, lag vermutlich an dem Waldreichtum des Harzes, wo man Angst vor verheerenden Waldbränden hatte, die durch den Funkenflug hätten ausgelöst werden können.
Aber vielleicht gab es in der Tat auch einen konkreten Vorfall auf der Harzbahn (Waldbrand)?
Gruß
Jörg

Volka Offline




Beiträge: 3.923

02.05.2012 20:53
#11 RE: Harzer Schmalspurloks mit Kobelschornstein Antworten

Zitat von kuno

Volker,
wenn wir von der Nachkriegszeit bis Anfang der 1950er Jahre hinein sprechen, dann sind zwei Aspekte zumindest für den Harz zu beachten:
[...]



Hallo Jörg,

die Loks hatten aber schon zu NWE-Zeiten diesen Schornstein. Das kann man auf dem Rätselbild von Thomas erkennen.

Und zum Waldreichtum: Ich schätze so ein trockener Kieferwald irgendwo in der Heide fängt mindestens genauso leicht an zu brennen wie die Fichten im Harz. Oder Häuser mit Strohdach.

Grüße

Volker

kuno Offline



Beiträge: 1.353

02.05.2012 21:31
#12 RE: Harzer Schmalspurloks mit Kobelschornstein Antworten

Eine Verständnisfrage von mir:

Ich ging bisher immer davon aus, dass die NWE-Nummern und -embleme noch bis 1949/50 an den Loks angebracht waren. Oder liege ich da falsch?
Ansonsten sehe ich bei dem Rätselbild von Thomas auch keine Widersprüche. Ich tippe diese Farbaufnahme auf den Zeitraum zw. 1943/44 (letzten Kriegsjahre) bis 1950 (Enteignung NWE).

Gruß
Jörg

Volka Offline




Beiträge: 3.923

02.05.2012 21:46
#13 RE: Harzer Schmalspurloks mit Kobelschornstein Antworten

Jörg, Du hast Recht! Ich habe mich vertan.

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