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Dieses Thema hat 18 Antworten
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 Harz: Nicht-Eisenbahniges
Seiten 1 | 2
Zackel Offline


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Beiträge: 616

15.04.2015 16:07
Der Harz - Urlaub im Gestern. antworten

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"Da steht zu befürchten, das es in Mode kommt und als ungeheuer versnobt gelten wird, den Februar in Braunlage oder Altenau zu verbringen."

OOK Offline


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Beiträge: 4.349

15.04.2015 17:13
#2 RE: Der Harz - Urlaub im Gestern. antworten

Wow!

OOK.
Die vierte Harzer Meterspurbahn (BAE) kommt jetzt als Maxi-Buch, auch für Harzfreunde ohne Modellinteresse hochinteressant: https://shop.vgbahn.info/vgbahn/shop/die...bahn-_3723.html
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Ilfelder Offline




Beiträge: 1.178

15.04.2015 21:39
#3 RE: Der Harz - Urlaub im Gestern. antworten

Hallo!

Danke für den Link

Sehr interessant!
Erschreckend objektiv berichtet...

Gruß Thomas

Zackel Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 616

15.04.2015 21:55
#4 RE: Der Harz - Urlaub im Gestern. antworten

Moin,

ich denke, man muss das objektiv betrachten. Lest Euch mal den Blog vom Harzer Groller durch.
Die Hanseaten, die Hahnenklee geentert haben, wirken mich irgendwie abgehoben.

LG

Jörn

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"Da steht zu befürchten, das es in Mode kommt und als ungeheuer versnobt gelten wird, den Februar in Braunlage oder Altenau zu verbringen."

norbert Offline




Beiträge: 34

15.04.2015 23:22
#5 RE: Der Harz - Urlaub im Gestern. antworten

Heute gab es gleich einen interessanten Bericht im Harzer Wochenspiegel. Erst nachdem ich diesen gelesen habe, wurde ich neugierig und habe nach der Sendung im www. gesucht. Ich finde den Bericht vom NDR sehr interessant, da er mal die Wirklichkeit ziemlich genau darlegt, so wie es tatsächlich ist. Bis auf wenige Ausnahmen herrscht hier in großen Teilen des Harzes der Charme der 70er Jahre. Ursachen und Gründe dafür gibt es zu Genüge. Nur die Aussage, dass es im Ostharz weitaus besser aussieht kann ich nicht gelten lassen. Sobald man etwas abseits der Touristenpfade ist, erkennt man doch recht schnell, dass auch dort der Hund begraben liegt. Nun fühlen sich die Landräte und Agenturen, die zum x-ten Mal versuchen, mit mehr oder weniger erfolgreichen Konzepten, den Tourismus im Harz anzukurbeln, sofort missverstanden, verraten und auf den Schlips getreten. Sieht man sich aber mal die Orte im und um den Harz an, dann sieht man, wie bescheiden die Versuche der Tourismusförderung in den letzten Jahren ausgefallen sind. Wird die Wahrheit auf den Tisch gebracht, dann will es keiner wahr haben. Es ist egal, ob Ostharz oder Westharz, die selben Probleme gibt es überall in unserem schönen Land - Eifel, Erzgebirge, Bayrischer Wald, usw. es wird immer versucht, die Touristen in eine besondere Gegend zu locken. Der kommt aber nur, wenn ihm etwas geboten wird und er nicht das Gefühl hat, dass er auf der Matratze schläft, auf der schon seine Eltern geschlafen haben. Wenn dann noch die Einheimischen, also wir Harzer davon leben wollen/müssen, dann muss der Harz aber auch wieder mehr bieten als grüne heile Welt für Butterbrottouristen - denn die lassen kaum Geld in der Region.
Es ist schon zum Heulen, wenn man sieht, zu welchen Preisen Häuser und Wohnungen verramscht werden, die vor einer einzigen Generation teilweise das 5-10 fache gekostet haben. Es ist aber schön, dass es Menschen gibt, die Mut und Geld haben, die Häuser wieder flott zu machen. Dann wollen wir mal sehen, wohin die Entwicklung führt. Entweder sieht es hier irgendwann so aus wie Mecklenburg-Vorpommern bei Nacht oder wir bekommen noch die Kurve.

OOK Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 4.349

16.04.2015 08:08
#6 RE: Der Harz - Urlaub im Gestern. antworten

Es ist für jemanden, der mit dem Harz emotional verquickt ist, schwierig, einigermaßen neutral über den Film zu sprechen. An vielen Stellen musste ich zustimmend nicken: "Ja, ist leider so." An anderen Stellen ärgerte es mich, dass Äpfel mit Birnen verglichen wurden. Zuerst Braunlage mit seinen massiven Leerständen zu zeigen und dann Wernigerode mit seinem überquellenden Boulevard, ist suggestive Berichterstattung. Wenn man einen Ost-West-Vergleich machen wollte, dann müsste man zwei Kurorte auf dem Harz und zwei Randstädte miteinander vetgleichen, also z.B. St. Andreasberg mit Elend und Wernigerode mit Goslar. Das ergäbe ein völlig anderes Ergebnis.
Richtig sind die drei Hauptquellen, die für den Niedergang des Harzes genannt wurden:

• Ausbleiben des Schnees im Winter
• Billigflieger nach Malle und Co
• Grenzöffnung

Als Viertes hätte natürlich - und jetzt gebe ich mich zum Abschuss frei - die bekannte Lahmheit und Ideenlosigkeit der Harzer genannt werden müssen. Daran liegt u.a., dass innovative Ideen, die die Karre aus dem Dreck ziehen sollen, fast ausnahmslos von außen kommen, von Nicht-Harzern.

Norbert schreibt:

Zitat von norbert im Beitrag #5
Es ist egal, ob Ostharz oder Westharz, die selben Probleme gibt es überall in unserem schönen Land - Eifel, Erzgebirge, Bayrischer Wald, usw. es wird immer versucht, die Touristen in eine besondere Gegend zu locken. Der kommt aber nur, wenn ihm etwas geboten wird und er nicht das Gefühl hat, dass er auf der Matratze schläft, auf der schon seine Eltern geschlafen haben. Wenn dann noch die Einheimischen, also wir Harzer davon leben wollen/müssen, dann muss der Harz aber auch wieder mehr bieten als grüne heile Welt für Butterbrottouristen - denn die lassen kaum Geld in der Region.

Das stimmt. Andere Touristikgebiete haben ähnliche Probleme. Sogar in St. Moritz geht es mächtig bergab, seitdem immer weniger Schnee fällt. Dort wie hier wird versucht, den Schneewinter mit technischen Mitteln herbeizuzaubern. Da wird dann ein hoher Aufwand an Geld, Energie und Trinkwasser getrieben, um den Skitouristen an wenigen Wochenenenden im Jahr etwas zu bieten. Den tieferen Grund hat Norbert schon gesagt: Skitouristen lassen ein Viefaches des Geldes da, wie der Naturfreund, der die Gegend erwandern will (meine Wenigkeit z.B.).

Aber einer der interviewten Naturschützer hat es auf den Punkt gebracht: Die Schneekanonen sind eine Investition für wenige Jahre. Die Minusgrade, die sie zum Funktionieren brauchen, wird es dann dank Klimaerwärmung nicht mehr geben.

Ein ganz besonderes Thema, das ich hier nicht mehr reinmischen möchte, ist die Reaktivierung der Rehbergklinik als Rehberg-"Resort", wo man demnächst für 400€ pro Nacht und Person seine Boni verfeuern kann.

OOK.
Die vierte Harzer Meterspurbahn (BAE) kommt jetzt als Maxi-Buch, auch für Harzfreunde ohne Modellinteresse hochinteressant: https://shop.vgbahn.info/vgbahn/shop/die...bahn-_3723.html
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Zackel Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 616

16.04.2015 09:02
#7 RE: Der Harz - Urlaub im Gestern. antworten

Moin,

Zitat von OOK im Beitrag #6
Wenn man einen Ost-West-Vergleich machen wollte, dann müsste man zwei Kurorte auf dem Harz und zwei Randstädte miteinander vergleichen, also z.B. St. Andreasberg mit Elend und Wernigerode mit Goslar. Das ergäbe ein völlig anderes Ergebnis.

Meine Zustimmung. Natürlich ist es schwer, in 45 Minuten ein objektives Bild rüberzubringen - und vielleicht will man das auch überhaupt nicht und hat das Stilmittel des Überzeichnens, welches Du richtigerweise als suggestiven Journalismus bezeichnest, hier bewusst eingesetzt. Bei einer rein objektiven Berichterstattung hätten wieder einige das Klingeln des Weckers nicht gehört und hätten weiter ihren Traum von seeligen Zeiten geträumt. Das ist jetzt vorbei, hier oben auf'm Schmandplateau laufen einige Leute wie aufgeschreckte Hühner herum (ok, am WE ist ja auch Rats- und BM-Wahl) und in BRL und Satellitendörfern dürfte es nicht viel anders sein.

An die Sache mit dem Ausbleiben des Schnees im Winter mag ich noch nicht so recht glauben, wir hatten immer wieder Perioden mit mehr oder weniger viel Schnee, aber ein geändertes Urlaubsverhalten und der geopolitische Wandel Anfang der 90er sind nicht zu verleugnen.


Zitat von OOK im Beitrag #6
Als Viertes hätte natürlich - und jetzt gebe ich mich zum Abschuss frei - die bekannte Lahmheit und Ideenlosigkeit der Harzer genannt werden müssen. Daran liegt u.a., dass innovative Ideen, die die Karre aus dem Dreck ziehen sollen, fast ausnahmslos von außen kommen, von Nicht-Harzern.

Jain. Ich würde das als eine Mischung aus Betriebsblindheit und im-Sumpf-stecken bezeichnen. Hast Du schon mal versucht, Dich selbst aus dem Sumpf zu ziehen? Wenn Du bis zum Kinn drinsteckst kannst Du zwar noch wüste Schimpftiraden von Dir geben, aber es geht tendentiell eher abwärts als aufwärts. Da ist man schon auf externe angewiesen. Womit wir aber bei einem anderen Punkt wären, denn die Eingeborenen lassen sich nicht gerne von Fremden helfen, die werden eher kritisch-ablehnend beäugt. Da sind die Snobs aus HH in Hahnenklee richtig gut aufgenommen worden.

Zitat von OOK im Beitrag #6
Ein ganz besonderes Thema, das ich hier nicht mehr reinmischen möchte, ist die Reaktivierung der Rehbergklinik als Rehberg-"Resort", wo man demnächst für 400€ pro Nacht und Person seine Boni verfeuern kann.

400,-? Das ist dabb aber die Abstellkammer. Geh' mal von 600-800,- aus. Verflixt, warum bin ich so'n biederer Beamter geworden? Ach ja, ich will ja auch Zeit haben, meine mageren Bezüge zu verprassen und die Natur zu genießen
Was mich allerdings nachdenklich stimmt ist die Tatsache, dass der Investor die Banken immer noch nicht überzeugen konnte.

Was ich aber besonders cool fand, war der Kommentar aus dem SW-Filmchen Ende 1960er/Anfang 1970er:
"Da steht zu befürchten, das es in Mode kommt und als ungeheuer versnobt gelten wird, den Februar in Braunlage oder Altenau zu verbringen."

LG

Jörn

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"Da steht zu befürchten, das es in Mode kommt und als ungeheuer versnobt gelten wird, den Februar in Braunlage oder Altenau zu verbringen."

OOK Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 4.349

16.04.2015 09:34
#8 RE: Der Harz - Urlaub im Gestern. antworten

Zitat von Zackel im Beitrag #7
"Da steht zu befürchten, das es in Mode kommt und als ungeheuer versnobt gelten wird, den Februar in Braunlage oder Altenau zu verbringen."

, ,

Geht auch Annerschbarrich?

OOK.
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pollux Offline


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Beiträge: 309

16.04.2015 09:37
#9 RE: Der Harz - Urlaub im Gestern. antworten

Ein ganz interessanter Beitrag.

Genauso ist es hier bei uns im Bay. Wald.

Herzliche Grüße, Dieter

OOK Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 4.349

16.04.2015 09:39
#10 RE: Der Harz - Urlaub im Gestern. antworten

Zitat von Zackel im Beitrag #7
An die Sache mit dem Ausbleiben des Schnees im Winter mag ich noch nicht so recht glauben, wir hatten immer wieder Perioden mit mehr oder weniger viel Schnee, aber ein geändertes Urlaubsverhalten und der geopolitische Wandel Anfang der 90er sind nicht zu verleugnen.

Das darfst du aber, das ist nachweisbar,und zwar nicht erst seit neulich. Früher fielen bei der Berninabahn in einer Nacht bis zu vier Meter Schnee (!). Das kommt heute im ganzen Jahr nicht zusammen.
Die SBB hat Wassermangel für ihre Kraftwerke, weil im Winter nicht genug Schnee fällt.
Aber bleiben wir mal im Harz. Als ich 1962 in Lauterberg in der Fassfabrik arbeitete, lag der Neuschnee am 1.3. ca. 25 cm hoch. Das weiß ich noch genau, weil ich kaum durch kam und mein erster Arbeitstag in der "Bude" verbracht wurde, weil man draußen das Holz nicht finden konnte.

OOK.
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OOK Offline


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Beiträge: 4.349

16.04.2015 09:39
#11 RE: Der Harz - Urlaub im Gestern. antworten

Zitat von pollux im Beitrag #9
Genauso ist es hier bei uns im Bay. Wald.
Eben.

OOK.
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Olaf.P Offline




Beiträge: 375

16.04.2015 11:33
#12 RE: Der Harz - Urlaub im Gestern. antworten

Zitat von OOK im Beitrag #6

Als Viertes hätte natürlich - und jetzt gebe ich mich zum Abschuss frei - die bekannte Lahmheit und Ideenlosigkeit der Harzer genannt werden müssen. Daran liegt u.a., dass innovative Ideen, die die Karre aus dem Dreck ziehen sollen, fast ausnahmslos von außen kommen, von Nicht-Harzern.


Dem kann ich als Harzurlauber nur zustimmen.

Liebe Grüße Olaf
www.dervogelfreund.de
https://www.facebook.com/FreundeskreisSelketalbahn/

Reiner Offline




Beiträge: 2.627

16.04.2015 12:14
#13 RE: Der Harz - Urlaub im Gestern. antworten

Hallo,
ich will auch mal meine unbedeutende Meinung abgeben. Ich bin schon lange ein Befürworter eines politisch einheitlichen Harzes.
Der entscheidene Nachteil für den Harz ist und bleibt die Dreiteilung.
Kein Bundesanrainerland will auf seinen Harzer Anteil verzichten. Und so wird es mit dem Harz insgesammt weiter Bergab gehen. Dies wird ein wechselseitiger Vorgang werden. Immer mal eine andere Gegend ist dran.
Als voriges Jahr der Goslarer OB einen Vorstoß zur Politischen Einheit des Harzes gemacht hat wurde er von seinen Vorgesetzten Politischen Chargen barsch zurück gepfiffen und bekam einen Maulkorb verpasst. So wird es jeden gehen der einen Einheitlichen Harz fordert.
Am besten wäre es die Harzer Bevölkerung direkt abstimmen zu lassen und deren Willen auszuführen. Aber auch da wurde in den letzten 20 Jahren mit dem Ossie-Wessie Gehabe viel kaputt gemacht, so das ich mir gerade nicht sicher bin wie das ausgehen würde.
So wie es jetzt jedenfalls ist, ist es jedenfalls nicht gut für den Gesammtharz.

Beste Grüße Reiner

Volka Offline




Beiträge: 3.573

16.04.2015 21:47
#14 RE: Der Harz - Urlaub im Gestern. antworten

N'Abend,

als ich 1990 in Clausthal anfing zu studieren, ist mir damals schon der besondere Retro-Schick im Harz aufgefallen. Besonders habe ich die Studentenbude eines anderen Fuzzys in Erinnerung, die noch sehr nach den Dreizigern aussah.

Und Schnee gab es ca. zwischen 1999 und zumindest 2005 in Massen (in den Jahren zuvor leider nur wenig). Da bin ich ein schon mal aus dem Fenster gesprungen, um vor der Tür Schnee zu schippen.

Volker

BW-GS Offline




Beiträge: 153

29.04.2015 01:34
#15 Es ist zu hoffen... antworten

Hallo zusammen,

nach aufmerksamer Verfolgung Eurer Stellungnahmen zu diesem "Faden" habe ich
- nach anfänglicher Zurückhaltung zu einer Antwort hier
- heute zunächst in einem anderen Unterforum einen positiven Beitrag mit einer Wanderempfehlung im Harz mit Bahnbezug eingestellt,
- mir nun doch den Film des NDR angesehen,
- und möchte hier nur einen Kurzkommentar loswerden: "Es ist zu hoffen, dass es in Mode kommt, den Urlaub in Braunlage, Altenau, Elend oder Hasselfelde zu verbringen."
- um dann in diesem Unterforum einen neuen positiven Thread mit einem neuen Titel zu starten: Mein Herz schlägt für den Harz!

Ein Harzer Glück-Auf wünscht
BW-GS

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