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Dieses Thema hat 10 Antworten
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 BAE-Club Info (öffentlich)
OOK Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 4.348

11.08.2008 17:17
Erster BAE-Betriebsausflug antworten
Seit Längerem geisterte die Idee eines BAE-Betriebsausfluges durch die Clubabende. Wohin der erste gehen sollte, war auch schon immer klar: zu den Harzer Meterspurbahnen - wohin denn sonst? Aber es erwies sich als sehr schwierig, mehrere Leute transportmäßig unter einen Hut bzw. ein Autodach zu bekommen.

So kam es zunächst einmal zu einer Minimallösung: Michael und OOK verabredeten einen zweitägigen Betriebsausflug für den 4./5. August. Um sieben Uhr morgens sammelte OOK Michael direkt vor seiner Hütte in Enger ein, dann ging es mit dem feuerroten Spielmobil über die A2, die A 395 und die quasi-Autobahn B6n nach Wernigerode und direkt weiter bis Steinerne Renne, wo Michael den kurz danach eintreffenden Zug bestieg. OOK düste nach Drei-Annen-Hohne voraus und konnte Michael dort in Empfang nehmen.

OOK schaut der Neubaulok beim Wassernehmen zu und sinniert über die Zeichen nach. Was die Schachbretttafel bedeutet, ist ihm klar. Aber welche Funktion hat genau das an dieser Stelle?


Jeden Tag um die Mittagszeit treffen in Drei-Annen-Hohne drei Dampfzüge zusammen. Auf Gleis 1(ganz links) ist der Zug von Wernigerode nach Eisfelder Talmühle eingelaufen. Auf Gleis 2 wartet der Zug von Nordhausen zum Brocken, der hier Kopf macht, während auf Gleis drei gerade der vom Brocken kommende Zug nach Wernigerode einläuft.


Die Züge nach Eisfelder Talmühle (links) und zum Brocken haben die Loks getauscht, damit die Lok zum Brocken mit der Rauchkammer voran bergauf fahren kann. Der Brockenzug fährt als erster aus.


Gar nicht mal so klein, so eine Schmalspurlok, findet Michael, der hier in Drei-Annen-Hohne einer Neubaulok den Weg verstellt.



Michael hat die 99.72 mit dem Richtung Brocken ausfahrenden Zug im Fadenkreuz.

Anschließend fuhren die Michael und OOK hinüber ins Selketal. Den mit der Mallet bespannten Zug nach Quedlinburg sahen sie in Alexisbad gerade noch ausfahren. Aber sie waren trotz zweier Baustellenampeln eher in Mägdesprung als dieser.


Der mit der Mallet bespannte Zug nach Quedlinburg hat im Mägdesprung eine Kreuzung mit dem Inselbahn-Triebwagen, in dem leider kein einziger Fahrgast saß.


Die Karlsruher Mallet 99 5906 hat den Zug von Quedlinburg über den Ramberg gebracht und ist nun im Bahnhof Mägdesprung eingelaufen, der in einem scharfen Bogen liegt (gutes Modellbahnvorbild!)




Die hübsche Bahnmeisterbude von Alexisbad (s. Zeichnung in Harzer Schmalspur-Spezialitäten)hat der Freundeskreis Selketalbahn nach Gernrode umgesetzt. OOK freut sich darüber sichtlich. Dass er ein 1:45-Modell des Gebäudes besitzt, ist auf der BAE-Seite nachzulesen.






Im hinteren Ende des Bahnhofs Gernrode ist der Freundeskreis Selketalbahn dabei, ein kleines Museum einzurichten (in dem Gebäude links hinter Michael). Das gußeiserne Schild im Vordergrund hat auch schon musealen Wert. Hinten rechts der vom Freundeskreis aufgearbeitete G-Wagen ex NWE.


Was liegt denn da im Modder? Eine komplette SHE-Brücke, die hier einst zwischen dem ersten und zweiten Einschnitt an der Kehrkurve am Bf Stöberhai über den kleinen Bach führte. Schade, dass offenbar niemand sich für dieses SHE-Überbleibsel interessiert.




Am Bahnhof Wernigerode Westerntor fanden Michael und OOK immer noch diese beiden historisch wertvollen Güterwagen vor. von dem typischen NEW-O-Wagen im Vordergrund bereitet Sebastian eine Kleinserie in 0m vor. Der SHE 152 dahinter dürfte das historisch wertvollste Stück sein, eine definitive Rettung zeichnet sich aber nicht ab. Auf der BAE wird es mehr Exemplare von diesem Typ geben als die SHE hatte, denn die Lasergang hat ja, wie an anderer Stelle berichtet, einen Sperrholzbausatz davon herausgebracht.

Am Dienstagmittag wurde das Thema reale Harzbahnen erst einmal abgehakt und der Heimweg angetreten. Aber nicht so hastig! Erst einmal Kukkis Erbsensuppe mit Wurst am Stand zwischen Elend und Braunlage, dann durch Braunlage hindurch und hinauf zum Königskrug, wo die alte BAE-Trasse besichtigt wurde. Leider war das hölzerne Trafohäuschen nicht mehr da. Stattdessen nur ein Beton-Fertigteil mit Trafo drin. Da die Erbsensuppe in kinetische Energie umgesetzt werden wollte, wanderten Micheal und OOK vom Königskrug auf den Achtermann (beste Sicht auf den Brocken und die Station Goetheweg!) und sahen auch tatsächlich einen Brockenzug in der letzten Kurve der Spirale.
Gegen achtzehn Uhr konnte OOK seinen Co wieder in Enger absetzen und war eine Stunde später auch selber wieder daheim im Hamm.

OOK.
Die vierte Harzer Meterspurbahn (BAE) kommt jetzt als Maxi-Buch, auch für Harzfreunde ohne Modellinteresse hochinteressant: https://shop.vgbahn.info/vgbahn/shop/die...bahn-_3723.html
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Sebastian Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 140

12.08.2008 10:09
#2 RE: Erster BAE-Betriebsausflug antworten
Zum W-Zeichen in Drei-Annen-Hohne:



Der Bahnhof wird ja von Westertor mit ESTW gesteuert. Zwar gibt es keine Sperrsignale, aber der Zugleiter kann schon Rangierstraßen einstellen (wie eine Zugfahrstraße, Weichen verschlossen usw., Auflösung nach freifahren der Rangierstraße durch die Rangierabteilung). Normalerweise beginnt so eine Rangierstraße an einem Sperrsignal. Das ist hier nicht vorgesehen, dennoch braucht man einen definierten "Startpunkt", und den stellt das "W" dar.

Soweit meine Vermutung.

BAE: betrieblich außerordentlich ereignisreich!!!

Reiner Offline




Beiträge: 2.623

12.08.2008 11:25
#3 RE: Erster BAE-Betriebsausflug antworten
richtig vermutet.

hier ein Auszug aus dem Signalbuch




LG Reiner

Beste Grüße Reiner

staar008 Offline




Beiträge: 605

12.08.2008 21:38
#4 RE: Erster BAE-Betriebsausflug antworten

Hallo OOK und Michael,

das war ein schöne Ausflug! Die Brücke habe ich auch gesehen in Juni 2008. Haben Sie auch die SHE Kilometersteinen 10 und 11 gesehen?

Marco.

Angefügte Bilder:
Brücke bei Stöberhai.JPG  
Michael Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 262

24.08.2008 12:32
#5 RE: Erster BAE-Betriebsausflug antworten

Lieber Otto, liebe Mitleser,

ich habe jetzt auch ein paar Bilder auf meiner Heimseite eingestellt. Bei Interesse bitte hier klicken:
http://www.michi-sterna.de/57,0,der-harz,index,0.html
Und überhaupt gibt es ein paar neue Seiten auf meiner Seite.

Einen schönen Sonntag wünscht Euch

Michael

Ganz liebe Grüße aus Ostwestfalen!

http://kleinbahn-spur0.jimdo.com/
http://kleinbahnfreund.jimdo.com/

wjk Offline


BAE-Club-Mitglied


Beiträge: 176

25.08.2008 20:58
#6 RE: Erster BAE-Betriebsausflug antworten

Schöne Bilder.

Eine Frage kommt bei mir als Ortsunkundigem allerdings auf. Gibt es in Drei Annen Hohne Rückfallweichen? Auf Bild Nr. 3 jedenfalls ist eine gelbe Weichenlaterne zu sehen. Und das kenne ich nur bei Rückfallweichen.

OOK Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 4.348

25.08.2008 21:29
#7 RE: Erster BAE-Betriebsausflug antworten

Lieber Wolfgang,
Rückfallweichen gibt es auf den Harzbahnen zu Hauf, schon zu DDR-Zeiten eingeführt, überall, wo regelmäßig gekreuzt wird. Und in der Tat: die gelbe Weichenlaterne bedeutet genau das.
Man fragt sich nur, wie die das mit der Herzstückpolarität lösen, wenn die Weiche aufgeschnitten wird.

OOK.
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wjk Offline


BAE-Club-Mitglied


Beiträge: 176

26.08.2008 21:10
#8 RE: Erster BAE-Betriebsausflug antworten

Warum Rückfallweichen, wenn der Bahnof ohnehin per ESTW gesteuert wird? Der sicherungstechnische Aufwand für Rückfallweichen ist doch (auch) enorm? Rückfallweichen ergeben für mich nur einen Sinn bei Bahnhöfen mit festen Fahrstraßen. Dann brauche ich aber kein Stellwerk mehr.

Das mit der Polarität ist kein Problem, da keine selbsthemmenden Getriebe verwendet werden. Dann reicht der Schwung über das immer stromlose Herzstück.

OOK Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 4.348

26.08.2008 22:02
#9 RE: Erster BAE-Betriebsausflug antworten
Das schöne alte Hebelstellwerk von Drei-Annen-Hohne ist zwar noch vorhanden, aber nicht mehr in Betrieb. Fast alle Weichen sind ortsgestellt. Die Fahrdienstleiterin düst dann auch immer mit dem Schlüssel in der Hand durch die Gegend. Am südlichen Bahnhofskopf ist nach meiner Beobachtung nur eine Weiche (elektrisch) ferngestellt, nämlich die, die entscheidet, ob ein Zug auf die Brocken- oder die Harzquerbahn geht.

OOK.
Die vierte Harzer Meterspurbahn (BAE) kommt jetzt als Maxi-Buch, auch für Harzfreunde ohne Modellinteresse hochinteressant: https://shop.vgbahn.info/vgbahn/shop/die...bahn-_3723.html
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Sebastian Offline


BAE-Club-Mitglied



Beiträge: 140

26.08.2008 23:16
#10 RE: Erster BAE-Betriebsausflug antworten

Zitat von wjk
Warum Rückfallweichen, wenn der Bahnof ohnehin per ESTW gesteuert wird? Der sicherungstechnische Aufwand für Rückfallweichen ist doch (auch) enorm? Rückfallweichen ergeben für mich nur einen Sinn bei Bahnhöfen mit festen Fahrstraßen. Dann brauche ich aber kein Stellwerk mehr.


Oh ja, schwieriges Thema. Das ESTW der HSB ist ein "Sonderstrick", der auf die dortigen Gegebenheiten Rücksicht nimmt. Als das ESTW eingerichtet wurde, hatte man die Rückfallweichen schon und wollte sie auch behalten; Ersatz durch elektrisch fernbediente Weichen wäre auch sehr teuer geworden. Sinn des dortigen ESTW ist weniger die Signalabhängigkeit der Weiche (sonst primärer Zweck von Stellwerken) sondern die Sicherung der Zugfolge auf der Strecke (nur ein Zug in jedem Abschnitt).

Daher ergibt sich auch ein betrieblicher Unterschied: in einem "echten" ESTW-Bahnhof kann der Lokführer abfahren, sobald das Ausfahrsignal Hp1 zeigt. Es kann nur Hp1 zeigen, wenn u. a. alle Weichen richtig gestellt und verschlossen sind.

Bei der HSB trifft das Ausfahrsignal nur die Aussage, dass der folgende Streckenabschnitt frei ist und der Zugleiter der Abfahrt zustimmt (quasi Fahrerlaubnis). Ob die Rückfallweichen richtig liegen, muss das Zugpersonal selber feststellen, da diese vom ESTW unabhängig sind.

Ich weiß, sehr verwirrend, aber eine HSB-Spezialität, die ich nur von dort kenne.

BAE: betrieblich außerordentlich ereignisreich!!!

Jürgen Offline




Beiträge: 825

27.08.2008 06:36
#11 RE: Erster BAE-Betriebsausflug antworten

Moin

An jeder Rückfallweiche sind Kontakte angebracht welche die Grundstellung der Weichen anzeigen bzw. sicherstellen. Der Zugleiter in Wernigerode ist so schon in der Lage festzustellen ob alle Weichen richtig funktionieren. Die Rückfallweichen werden in der einen Richtung schon immer Aufgefahren, daher auch der Name. Nur die Spitzbefahrene Seite wird überwacht und da ist der Kontakt an der "abliegenden Zunge" soll heißen in der Mechanik der abliegenden Zunge. Daher braucht das Personal auch nicht mehr die Rückfallweichensignale im ESTW-Bereich ständig beobachten. Es besteht nehmlich eine Signalabhängigkeit.
Teiweise stehen heute die Rückfallweichensignal direkt vor den Weichen und dienen nur noch der Überwachung im Störfall. Die Signalabstände betragen bei der HSB 400m.

Tschüß Jürgen

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